KOMMENTARE

Hier ist Platz für Kommentare, Fragen und Kritik. Lasst mich wissen, wie euch diese Seite gefällt und ob sie euch weitergeholfen hat. Hinweis: Kommentare, die Links enthalten, müssen erst moderiert und freigeschaltet werden.

167 Kommentare

  1. Victor

    Hallo Erik,

    ich hab mich vor zwei Tagen glücklicherweise auf Deine Seite verlaufen und will Dir erstmal ein großes Kompliment machen. Ich bin im Netz noch nie über eine so unglaublich gut strukturierte und verständliche Aufarbeitung zu irgendeinem Thema gestolpert, wie Du sie hier zusammengestellt hast. Ganz ohne Schnörkel oder schlechtes Layout oder sich in vom Grundverständnis ablenkenden Kalorien- oder Nährwerttabellen zu verfangen. Das ist ziemlich toll und ich werd Dich uneingeschränkt weiterempfehlen!

    Ein paar Fragen hab ich aber noch.

    1) Im Grunde begann meine Beschäftigung mit Ernährungsfragen, als ich vor einem Jahr im Radio über eine Vorlesung zum Serotonin- und Dopaminkreislauf gestolpert bin, und ob und was Ernährung hier ausrichten kann (auf YouTube hier zu finden: https://youtu.be/9LTCNwIJGNY ). Ich habe oft und schon lange mit Depressionen, Abgeschlagenheit, Antriebslosigkeit, etc. zu tun, habe nie Sport gemacht und war selten draußen in der Sonne. Nun finde ich hier und auch auf anderen Seiten vermehrt (recht unspezifische) Hinweise auf gewisse Nährstoffmangelerscheinungen (Vitamin D, B12 besonders) die symptomatisch ganz gut mit meiner alltäglichen körperlich, geistig und seelischen Wahrnehmung übereinstimmen. Hast Du Dich mal etwas ausführlicher mit dem Ernährungsstoffwechsel und auch Hormonhaushalt in Bezug auf Stimmungs-/Depressionsthematiken auseinandergesetzt? So ein paar Artikel zu dieser Verknüpfung in Deiner Aufbereitung fänd ich ganz toll. Ich habe nun vor sehr kurzem angefangen Sport zu machen und nach im Grunde schon sehr langer Unzufriedenheit mit meiner bisherigen Ernährungsweise beschlossen auch diese mal grundlegend zu überdenken und zu ändern, um nicht die positiven Effekte, die der Sport potentiell bringt, gleich unter weiterhin schlechter Ernährung zu deckeln. Deshalb bin ich überhaupt erst auf Deinen Seiten gelandet.

    2) Ich hatte so grob im Hinterkopf, dass Gemüse bei Lagerung recht schnell viele Vitalstoffe verliert und bin gerade beim Googlen darauf gestoßen, dass es offenbar Vergleichsstudien gibt, die belegen, dass in den letzten 30 Jahren die Vitalstoffe in Obst und Gemüse produktionsbedingt generell massiv abgenommen haben. Kannst Du hierzu eine Einschätzung geben? Ich nehme an, wenn Du in den Vitamin- und Mineralstoffkapiteln schreibst, dass eine ausgewogene Ernährung dies und das gut abdeckt, beziehst Du Dich u.a. auf die GU Nährwerttabellen aus Deiner Bücherliste. Weißt Du, woher die Werte kommen bzw. wie aktuell diese sind? Mir fällt da immer wieder der Eisengehalt beim Spinat ein, der aufgrund einer verschobenen Kommastelle immer für viel höher gehalten wurde als er tatsächlich ist, alle haben das übernommen, aber jahrzehntelang keiner erneut nachgemessen.
    2a) Kannst Du etwas darüber sagen, inwieweit Zubereitungsarten Einfluss auf die Verfügbarkeit von Nährstoffen haben? Offenbar werden oft mit dem Kochwasser viele Vitamine ausgeschüttet oder durch zu große Hitze zerstört. Andere Stoffe werden offenbar erst durch die Erhitzung verfügbar gemacht. Ähnlich wie Du davon abrätst, (zu viele) rohe Eier zu verzehren. Ist das vielleicht noch ein paar Artikel wert?

    3) Wenn Du Nahrungsmittel angibst, sprichst Du zwar oft davon, dass Gemüse und Obst einen gewissen Bedarf gut decken, in Deinen konkreten Top-Lebensmitteln und Fotos ist aber niemals Obst dabei. Wie kommt das? Wegen des Fruchtzuckers? Ich hätte mit meinem bisherigen Hörensagenwissen zumindest bei Magnesium die Bananen erwartet.

    4) Du sagst Vitamin D ist eines der wenigen Supplemente, die Du selbst nimmst und auch weiterempfiehlst. Was sind denn die anderen, und warum?

    Ich werde wohl, je mehr ich mich nun damit beschäftige, noch mit der ein oder anderen Frage auf Dich zukommen. Nochmal vielen Dank für Deine Artikel und die Videos!

    Viele Grüße, Victor

    Antworten
    • Erik

      Hallo Viktor,

      erst einmal ganz vielen Dank für das tolle Lob! Um deine Fragen gründlich zu beantworten, müsste ich schon längere Artikel schreiben. Ich habe vor, meine Seite bald mit einem Blog zu ergänzen, in dem es dann regelmäßig gesunde Rezepte und praktische Ernährungstipps geben wird, und in dem ich einzelne Themen weiter vertiefen kann. Deine Vorschläge sind auf jeden Fall notiert.

      Zu deinen Fragen:

      zu 1) Depressive Verstimmungen, Abgeschlagenheit und Antriebslosigkeit können definitiv die Begleiterscheinungen eines Vitamin- und Mineralstoffmangels sein (ganz besonders Vitamin D). Aber auch erhöhte Entzündungswerte, eine gestörte Darmflora, eine Fruchtzuckerunverträglichkeit und viele, viele weitere Faktoren kommen in Frage. Da kann wirklich nur der Arzt genauer hinschauen. Wenn du gut Englisch verstehst schau doch mal hier rein: https://www.youtube.com/watch?v=fqyjVoZ4XYg

      Ich empfehle auf jeden Fall immer die Basics in den Griff zu kriegen, wie ich sie im Artikel „Gesund essen, gesund leben“ (https://workshopernaehrung.de/gesundheit) beschreibe: Gesunde, natürliche Ernährung, ausreichend Bewegung, gut schlafen und Stress abbauen.

      zu 2) Der tatsächliche Nährstoffgehalt von Lebensmitteln ist letztlich von vielen Faktoren abhängig: Erntezeit, Anbaugebiet, Lagerzeit, Zubereitung usw. Manche Nährstoffe sind besonders lichtempfindlich, andere reagieren schnell mit Sauerstoff, wieder andere vertragen Hitze nicht gut.

      Trotzdem sollte die Nährstoffversorgung kein Problem sein, wenn man:
      – Insgesamt viel Gemüse und natürliche Lebensmittel isst (hohe Nährstoffdichte der Ernährung)
      – Gemüse schonend zubereitet (bspw. Dämpfen) und das Kochwasser immer mitverwendet
      – einen Teil des Gemüses auch mal roh zubereitet (Salate, grüne Smoothies)
      – beim Einkauf auf regionale Erzeuger achtet (kurze Transportwege)

      zu 3) Nein, der Fruchtzucker im Obst hat bei der Auswahl der Top-Lebensmittel keine Rolle gespielt. Hier entscheidend nur der Nährstoffgehalt pro verzehrsüblicher Portion. Beim Magnesium liegen weiße Bohnen, Erbsen, Haferflocken, Kichererbsen, Broccoli und Kartoffeln einfach deutlich vor den Bananen.

      zu 4) Neben Vitamin D (hierzulande außerhalb der Sommerzeit ein Muss), finde ich ein gutes Magnesium-Supplement sehr sinnvoll (gerade bei anstrengender körperlicher Arbeit / Sport). Außerdem genehmige ich mir gerne mal einen Whey-Proteinshake nach dem Training. Darüber hinaus gibt es eine Menge interessanter Supplemente, über dich später auch gerne einmal bloggen kann.

      Viele Grüße
      Erik

      Antworten
      • Victor

        Hi Erik,

        danke für Deine Tipps und Antworten. Ja, Englisch ist super, aber das Video muss ich wohl noch ein paar Mal anschauen. Da ist ja sehr viel drin in diesen 9 Minuten. Und ja, ein Termin beim Arzt ist schon geplant mit all dem neuen Input. Ich will nur vorher noch n bisschen besser selbst durchsteigen, damit ich auch sinnvollere Fragen stellen kann. Darmflora macht tatsächlich hin und wieder Probleme, das Immunsystem ist nicht das beste. Und in den letzten 3 Jahren hab ich etwa 3x selbständig versucht, Sport zu machen, hat alles mit Überanstrengung und behandlungsbedürftigen Entzündungsreaktionen geendet. Da greift also Einiges ineinander. Das letzte Mal hat mich jetzt überzeugt, doch konsequent und etwas langsamer angehend im Fitnesscenter unter Anleitung meinen Muskel- und Bewegungsapparat aufzubauen. Das mach ich jetzt seit 5 Wochen erstaunlich regelmäßig sogar mit Spaß =) Und da tauchte für mich logischweise die Ernährungsfrage auf. Die Basics in den Griff zu bekommen scheint mir auch sehr sinnvoll. Das scheint ja mehr oder weniger mit ein paar Handgriffen im Hinterkopf gar nicht so schwierig.

        Danke nochmal für Deine Seiten. Du hast es geschafft, mir einen grundlegenden Zugang zu einem Bereich zu eröffnen, von dem ich immer dachte, er sei viel zu komplex, um da einzutauchen. Nun sind heute ein paar Bücher von Deiner Leseliste angekommen, inkl. der Biochemie und dem Taschenatlas. Das ist ja unglaublich, was da alles drinsteht =) Das sieht zwar immernoch ultrakomplex aus, aber jetzt überhaupt nicht mehr einschüchternd.

        Ich bin sehr gespannt auf Deinen Blog!

        Beste Grüße,
        Victor

        Antworten
  2. Michael

    Lieber Erik,

    ich zähle mich inzwischen zu deinen Langzeitfans;) Diesmal habe ich eine spezielle Frage zum Zusammenhang zwischen Proteinaufnahme und Insulinspiegel.

    Ich bin auf den Hinweis gestoßen, dass auch die Proteinaufnahme erheblichen Einfluss auf den Insulinspiegel haben sollen. So hat ein Eiweißkonsum zwar keine Auswirkungen auf den Blutzucker, angeblich aber sehr wohl auf die Insulinausschüttung. So heißt es, der Insulinspiegel steigt bei 160gr Steak höher als bei 200g Pasta? (http://www.inspiriert-sein.de/was-ist-insulin-und-was-macht-es-so-gefaehrlich).

    Das irritiert mich jetzt ein wenig. Wäre es dann für einen Diabetiker sinnvoller die Pasta anstatt dem Steak zu essen?

    Auf der gleichen Seite wird empfohlen nicht die Glykämische Last sondern den sog. Food Insulin Index als Orientierung zu nutzen.

    Hast du dich mit dem Thema Proteine und Insulinausschüttung auseinandergesetzt? Warum spielt Insulin überhaupt eine Rolle bei dem Proteinstoffwechsel?

    Schon vorab herzlichen Dank!!

    LG Michael

    Antworten
    • Erik

      Hallo Michael,

      ja, das Insulin ist das zentrale Verdauungs- und Speicherhormon, das nicht nur für den Kohlenhydratstoffwechsel und die Blutzuckerregulation eine Rolle spielt, sondern darüber hinaus viele Effekte im Körper hat. Es wirkt sich auch auf den Eiweißstoffwechsel aus, indem es die Eiweißaufnahme und den Neuaufbau von Eiweißen fördert (der verlinkte Artikel fasst es ja gut zusammen). Die Insulinausschüttung wird daher nicht nur durch einen Anstieg des Blutzuckers (Kohlenhydrate), sondern auch durch andere Nährstoffe (insb. Eiweiß) und der Nahrungsaufnahme ganz allgemein angeregt.

      Eine Studie hat sich die Insulinausschüttung durch verschiedene Lebensmittel einmal genauer angeschaut (http://www.ajcn.org/cgi/content/abstract/66/5/1264), und daraus den Insulin-Index abgeleitet (mehr dazu hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Insulin-Index). Demnach liegt Fleisch und andere eiweißreiche tierische Lebensmittel auf einer Ebene mit Nudeln und Vollkornreis. Insgesamt bewegen sie sich aber im unteren Mittelfeld.

      Beim Diabetes geht es ja vor allem darum hohen Blutzuckerwerten vorzubeugen. Daher denke ich, dass der Diabetiker mit dem Eiweiß trotzdem besser dran wäre, als mit den Kohlenhydraten. Trotzdem sollte man es auch mit dem Eiweiß nicht übertreiben.

      Viele Grüße
      Erik

      Antworten
  3. Natalie

    Hallo Erik,

    wie kommst du denn auf ein optimales Kartoffel-Ei-Verhältnis von 600g Kartoffeln zu 56g Ei??? Gilt nicht als optimales Mischverhältnis 65% zu 35%? Das würde vorn und hinten ja nicht passen..

    VG
    Natalie

    Antworten
    • Erik

      Hallo Natalie,

      das optimale Mischverhältnis von 65 % zu 35 % bezieht sich auf den reinen Proteinanteil von Kartoffeln und Eiern (nicht auf die Lebensmittel selbst). Im nächsten Schritt musst du dann ausrechnen, welche Lebensmittelmengen man verzehren muss, um dieses Proteinverhältnis zu erreichen. Dann kommst du auf rund 600 g Kartoffeln auf 1 Hühnerei.

      Viele Grüße
      Erik

      Antworten
  4. Tobias

    Hallo Erik,

    leider kann ich noch nicht richtig nachvollziehen, warum Stress die Insulinresistenz fördert.

    Wenn Stress dazu führt, dass die Muskeln ohne Insulin Traubenzucker aufnehmen können, um direkte Energie zu bekommen, dann können die Speicher wie bei einer Überernährung doch nie voll werden. So benötigt die Zelle doch keine Insulinresistenz, um sich vor dem freien Zucker zu schützen. Aus Deinen Videos hab ich mitbekommen das eine Insulinresistenz ist ein Schutzmechanismus somit für die Zelle ist.
    Auch die anderen Zellen benötigen doch dann diesen Schutz bei Dauerstress genauso wenig, da diese bei Stress kaum bis garnicht? mit Zucker versorgt werden und so auf ein Überangebot verzichten.
    Hoffe Du kannst mir da helfen.
    Übrigens tolle Videos für die Grundlagen der Ernährung. So kann ich mir das auch gut bildlich merken 🙂

    Schöne Grüße
    Tobias

    Antworten
    • Erik

      Hallo Tobias,

      ich fürchte da ist was falsch rüber gekommen. Ich ordne den Gedankengang noch mal:

      – Stresshormone können die Insulinempfindlichkeit des Körpers senken
      – Warum kann eine stressbedingte Insulinresistenz Sinn machen?
      – In einer Stresssituation (bspw. Kampf- oder Flucht) wird die schnellste Energiequelle des Körpers (Traubenzucker) dorthin geleiten, wo er am dringensten gebraucht wird: Nerven und Muskeln!
      – Nerven brauchen grundsätzlich kein Insulin, um Traubenzucker aus dem Blut aufzunehmen
      – Muskeln können sich auch Insulin-unabhängig am Blutzucker bedienen, ABER: Nur wenn sie unter großer Anstrengung stehen (-> Kampf- oder Fluchtsituation).

      Viele Grüße
      Erik

      Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.