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206 Kommentare

  1. Hallo Herr David,

    danke für Ihre hervorragende Darstellung, insbesondere bei den Detailinfos zum Artikel (Lipoproteine und Ateriosklerose):

    Das Verhältnis zwischen LDL-Cholesterin und HDL-Cholesterin wird heute als der wichtigste Risikofaktor angesehen: Je höher das LDL-Cholesterin und je niedriger das HDL-Cholesterin, desto stärker steigt das Risiko für Arteriosklerose an. Das Verhältnis von LDL zu HDL ist dabei sehr viel aussagekräftiger als der Gesamtcholesterinspiegel.

    Link: DocCheck-Artikel: HDL: Hab dich (nicht mehr) lieb

    Patienten mit hohen LDL-Cholesterinwerten fühlen sich durch die schützende Wirkung des „guten“ HDL-Cholesterins abgesichert. Zu unrecht? Eine neue Studie widerlegt diesen Effekt. Kardiologe Dr. Waller bespricht mit Hypertensiologe Dr. Sinning, ob der atherogene Index noch zeitgemäß ist.

    Ich reagiere besorgt: Habe im Umfeld zwei Bekannte mit LDL ca. 150 und HDL ca. 65, Diese Personen wären ja nach der LDL / HDL Relation weniger im Risiko ! Trotzdem hat einer davon bereits 2 Stents
    Was ist dran an der DocCheck Info?

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    • Hallo!

      Ja, die neuere Forschung weist tatsächlich darauf hin, dass die schützende Wirkung der HDL-Partikel überschätzt wurde. Genau genommen werden unter HDL eine ganze Gruppe von Lipoproteinen zusammengefasst, die alle einzeln betrachtet und untersucht werden müssten.

      Die LDL-HDL-Ratio und die Triglycerid-HDL-Ratio sind wirklich nur Richtwerte und bieten keine absolute Sicherheit. Mir fallen eine ganze Reihe weitere Risikofakoren ein, die man auf keinen Fall außer Acht lassen sollte. So wäre es sehr viel interessanter und aussagekräftiger, sich die tatsächliche Anzahl von LDL-Partikeln im Blut, sowie deren Größe und Zusammensetzung anzuschauen. Solche Tests sind leider noch längst nicht der Standard.

      Außerdem muss man gesonderte Risikofaktoren wie das im verlinkten Artikel beschrieben Lp(a) berücksichtigen. Hierbei handelt es sich um eine besonders atherogene Untergruppe des LDL, deren Gehalt leider rein genetisch bedingt ist und auf das man mit Ernährung und Lebensstil kaum Einfluss nehmen kann. Ein berühmter Fall war zum Beispiel der US-Fitnessexperte Bob Harper (bekannt aus der Show The Biggest Loser), der ein extrem durchtrainierter und gesund ernährter Mensch ist, aber auf Grund von Lp(a) trotzdem einen Herzinfarkt erlitt.

      Die Ärzte aus dem Artikel empfehlen, dass wir uns lieber weiter auf die Senkung des LDL-Spiegels konzentrieren sollten. Auch das könnte sich in Zukunft als überholt herausstellen. Der Top-Kardiologe Aseem Malhotra aus Großbritanien hält bspw. den Zusammenhang zwischen LDL-Cholesterin und dem Herzrisiko für ziemlich schwach (tatsächlich haben viele Herzpatienten ganz normale LDL-Werte). Stattdessen glaubt er, dass die Hauptursachen für Arteriosklerose viel mehr Insulinresistenz und chronische Entzündungen sind. Falls Sie gut Englisch verstehen, gibt es hier ein langes Interview: https://youtu.be/fzZVJDzCAeg. Außerdem kann ich sein Buch „Die Pioppi Diät“ empfehlen.

      Viele Grüße
      Erik David

      PS: Ich habe zur besseren Lesbarkeit einige Absätze in Ihren Kommentar eingefügt und den Link zum Artikel ergänzt.

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  2. Hallo Erik,
    ich auf der suche nach der Definition des Begriffes „Insulinresistenz“ auf deine Seite gestoßen. Ein großes Kompliment dafür. Ich bin Podologin und mache auch Unterricht und werde auf deine Seite verweisen. Wirklich einfach, klar und dennoch alles wichtige zusammengefasst.

    Meine Frage wäre aber auch noch: ist die Hyperinsulinämie die Vorstufe des Diabetes 2, oder die Folgeerscheinung, wenn der Zucker entgleist ist. Was passiert mit dem nicht benötigten Insulin im Blut, wenn es nicht andocken kann und seine Funktion erfüllen kann. Was passiert mit dem Stoffwechsel, wenn gleichzeitig zu viel Zucker und zu viel Insulin im Blut ist.

    Ich danke für deine Antwort.

    Leider kaufe ich nicht bei Amazon, lasse dir gerne aber anders einen Obulus zukommen.

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    • Hallo Elvi,

      vielen Dank! Freut mich, dass dir meine Seite gefällt.

      Zu deinen Fragen:

      – Die Vorstufe des Typ-2-Diabetes ist immer die Insulinresistenz. Bei Insulinresistenz kann der Blutzucker nach einer Mahlzeit nicht mehr schnell genug gesenkt werden, wodurch die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin ausschüttet (–> Hyperinsulinämie). Beides geht Hand in Hand.

      – Freies Insulin, das nicht an einem Rezeptor andockt, wird früher oder später von der Leber aus dem Blut gefischt und enzymatisch abgebaut.

      – Eine ständige Hyperglykämie und Hyperinsulinämie macht den Stoffwechsel letztlich krank und führt auf Dauer zum metabolischen Syndrom. Ein akut hoher Blutzuckerspiegel kann im Notfall über die Nieren gesenkt werden. Aber das habe ich ja schon im Artikel beschrieben: https://workshopernaehrung.de/insulinresistenz/

      Viele Grüße
      Erik

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